Donnerstag, 22. Februar 2024
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Anforderungen an Flussmittel in der Kabelkonfektionierung

Anwendungsspezifische Kabelverbindungen sind ein wichtiger Bestandteil in der Elektronikproduktion. Viele EMS-Unternehmen haben die Kabelkonfektion in ihr Dienstleistungsportfolio integriert. Die Fertigung von Kabel und Litzen nach Maß stellt hohe Anforderungen an die Fertigung und die dafür eingesetzten Produkte. Gerade die Verbindungstechnik spielt dabei eine entscheidende Rolle, da die Einsatzgebiete von spezifischen Kabeln sehr unterschiedlich sein können.

Das Ziel beim Einsatz eines Flussmittels in der Kabelkonfektion ist eine gleichmäßig gute Verzinnung durch bleihaltige oder bleifreie Lote. Dabei muss die Verzinnung so steuerbar sein, dass nur eine definierte Länge der Litze verzinnt wird. Die eventuell vorhandenen Flussmittelreste dürfen keinerlei Wirkung auf den späteren Einsatz des Endproduktes haben, beispielsweise durch Korrosion oder durch einen niedrigen elektrischen Oberflächenwiderstand (SIR). Des Weiteren ist es wichtig, dass die eingesetzten Flussmittel nicht in die Kabel- und Litzenumhüllung eindringen, da sonst die Litzen und Drähte korrodieren könnten. Des Weiteren kann in diesem Fall die Isolation der Kabel beschädigt werden.

Die Flussmittel müssen dabei den Temperaturanforderungen des jeweiligen Lötprozesses genügen. Sollte das Lotbad bei höheren Temperaturen gefahren werden, müssen die Flussmittel aktiv bleiben. Dies wird insbesondere dann wichtig, wenn die Litzenumhüllungen im Lötprozess abisoliert werden. Speziell für die Kabelkonfektionierung wurden Flussmittel entwickelt, die speziell auf die Anforderungen dieses Fertigungsschrittes zugeschnitten sind. Dazu zählen Flussmittel, die halogenfrei und somit weniger kritisch hinsichtlich der Korrosion und des Oberflächenwiderstandes sind.

In einigen Anwendungsfällen, insbesondere beim Einsatz antioxidativer Materialien, muss die Aktivierung verstärkt werden. In diesem Fall muss ein Flussmittel mit höherer Aktivierung ausgewählt werden, was durch eine andere Zusammensetzung oder einen höheren Feststoffanteil erzeugt werden kann. Reicht die Erhöhung der Aktivatorenmenge nicht aus, können Flussmittel mit einem höheren Halogenanteil eingesetzt werden. Halogene erhöhen allerdings das Risiko von Korrosion und Kriechströmen. Hier muss genau abgewogen werden, welches Ziel mit dem Flussmittel verfolgt werden soll. Flussmittelexperten können dabei Elektronikfertigern beratend zur Seite stehen. Die Flussmittel werden meist im Tauch-, Schwamm- oder Pinselverfahren aufgetragen. Gerade letzteres Verfahren wird häufig in kleineren EMS-Unternehmen eingesetzt. Daher ist es wichtig, dass diese Unternehmen auch kleinere Mengen der Flussmittel beziehen können.

Firma:
Emil Otto GmbH
Ihr Ansprechpartner:
Markus Geßner
Kontakt per E-Mail:

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