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Der Griff in die Kiste – hocheffizient dank KI

Intelligente Kameratechnik und Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) werden auch für den Mittelstand zunehmend interessant, weil sich komplexe Aufgaben lösen und damit Prozesse automatisieren lassen, welche für menschliche Arbeiter ziemlich monoton und belastend sind. Ein Beispiel dafür ist der „Griff in die Kiste“.

Was muss man sich unter dem Griff in die Kiste vorstellen?

Teile werden beispielsweise als Schüttgut angeliefert, liegen also in beliebiger Orientierung in einer Kiste. Ein intelligentes Kamerasystem schaut von oben in diese Kiste. Die Algorithmen steuern anschließend den Roboter und seinen Greifer so, dass er ein bestimmtes Teil optimal aufnehmen und mit einer definierten Orientierung an einen anderen Prozess übergeben kann.

Das klingt einfach.

Ist es in der Realität nicht; für die korrekte Funktion – also, dass im Prinzip der Roboter entscheidet, welches Teil er wie nimmt – sind ziemlich komplexe Berechnungen im Hintergrund erforderlich. Deshalb ist es oft einfacher und schneller, Menschen an diesen Stellen einzusetzen. Diese Arbeiten sind aber sehr ermüdend, vor allem, wenn die Teile schwerer sind, oder kurze Taktzeiten eingehalten werden müssen.

Kann das System auch unterschiedliche Teile greifen?

Ja, wenn ihn diese zuvor gelernt wurde. Zentral wichtig ist diese Flexibilität im Mittelstand – denn dort sind die Serien kleiner und die Varianten zahlreicher – Stichwort „high mix, low volume“. Wichtig ist, dass sich das Robotersystem „Geometrie-offen“ auf unterschiedlichste Abmessungen und Formen von Bauteilen einstellen kann und einfach zu teachen ist.

Welche Taktzeiten sind erreichbar?

Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie beispielsweise Abmessungen und Gewicht der Teile. In aller Regel sind Taktzeiten im Bereich von drei Sekunden realisierbar; bei kleineren Teilen auch deutlich darunter.

Warum sollten Mittelständler über derartige Systeme nachdenken?

Zuführ-Aufgaben sind für Menschen meist ziemlich stupide – und das macht sich in Fehlern bemerkbar. Automatisierte Systeme arbeiten zuverlässig und passen sich dem Takt an – meist ist die Ausbringung höher, bei gleichzeitig besserer Qualität und weniger Ausschuss. Moderne Robotertechnik und intelligente Kamerasysteme sind zudem in einem Preisbereich angekommen, der Amortisationszeiten von zwei bis drei Jahren erlaubt – wenn die Flexibilität gewährleistet ist, und das System möglichst permanent eingesetzt werden kann.

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