Donnerstag, 30. Mai 2024
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Mit GreenTin+ lässt sich der Nachhaltigkeitsstandard bei Loten neu definieren – technische Höchstleistung bei geringstmöglicher Umweltbelastung

Die Feinhütte Halsbrücke gewinnt als weltweit erste Hütte aus komplexen Sekundärmaterialien ein nachhaltiges und extrem hochwertiges Feinzinn mit einem Reinheitsgrad von 99,99%. Seit diesem Jahr ist das durch Re- und Upcycling-Prozesse ökologisch hergestellte GreenTin+ – das Plus steht für die besondere Reinheit des High-End Qualitätszinns – zudem nicht mehr nur als Reinstoff erhältlich, sondern auch als Basismetall in allen gängigen Loten.
Während der vom 14. – 17.11.2023 in München stattfindenden productronica können sich Interessenten am Stand 315 in der Halle A4 über Green Tin+ informieren.

“Mit dem GreenTin+ bieten wir eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative Made in Germany zu Loten aus Primärmaterialien an“, betont Tobias Patzig, Geschäftsführer der Feinhütte Halsbrücke GmbH. Neben dem Recycling spielte bei der Entwicklung dieses Lotes auch eine möglichst positive Energie- und CO2-Bilanz ein Rolle. So lässt sich durch die Aufbereitung von Sekundärmaterialien der Energieeintrag erheblich senken, da sich durch das nachhaltige Recycling von Prozessrückständen im Vergleich zur Verarbeitung von Primärmaterialien 98,9 % Energie und 98,6 % CO2-Emissionen einsparen lassen.

Die Feinhütte Halsbrücke ist weltweit der erste Hersteller, der den Einsatz von 100 % Recyclingmaterial ISO 14021-zertifiziert nachweisen kann. Außerdem werden beim Herstellungsprozess der High-end-Sekundärprodukte keinerlei Konfliktmineralien genutzt, wie ein RMI DAP-Zertifikat bestätigt. Gemeinsam mit Kunden und Partnern haben die Experten überdies europäische 360°-Recyclingkreisläufe etabliert, um die im Fertigungsprozess der Elektronikindustrie anfallenden Rückstände wie etwa Krätzen, Aschen, Ausläufer, Schlämme, Späne oder Lotpasten nach dem neuesten Stand der Technik zu re- und upcyceln. Dabei arbeitet die Feinhütte direkt mit den Herstellern oder mit Umweltdienstleistern zusammen.

Neue Maßstäbe für Umweltfreundlichkeit und Leistungsfähigkeit

Das Anforderungsprofil an das neue Feinzinn war indessen umfänglich. So sollte dieses neben einem möglichst geringen CO2-Abdruck technisch leistungsfähig sein und sich darüber hinaus von bereits am Markt befindlichen Materialien abheben. Ferner sollte das nachhaltige Lot nicht nur für sämtliche Lotlegierungen und alle bekannten Formate geeignet, sondern beispielsweise in Bezug auf Energie- und Wasserverbrauch eine ökonomische Alternative zu Altbewährtem sein. Nach Jahren der Forschung haben die Experten nun ein modernes Aufbereitungsverfahren entwickelt, mit dem sich komplexe zinnhaltige Sekundärmaterialien aus allen Industriefeldern zuverlässig upcyceln lassen. Störstoffe und Begleitelemente wie beispielsweise Arsen, Eisen, Blei, Antimon und Kupfer werden dabei anhand innovativer pyrometallurgischer Verfahren und nachgeschalteten hydrometallurgischer Aufarbeitungsschritte separiert.

Dank dem energiesparenden Recyclingprozess ist es nun möglich, hochreines Zinn und elektrolytisch gereinigte Legierungen in allen Formaten zu gewinnen. Das recycelte Material setzt dabei auch in Sachen Qualität ein Ausrufezeichen. Während aus Primärmaterial gewonnenes Reinzinn eine Standardqualität von 99,85 oder 99,9 aufweist, übertrifft GreenTin+ die Beschaffenheit von importiertem, aus Primärrohstoffen erhaltenem Zinn. „Unser GreenTin+ erreicht einen Reinheitsgrad von 99,99 Prozent und kann auf Kundenwunsch als Hauptbestandteil aller relevanten bleifreien Elektroniklote wie z.B. SAC305 eingesetzt werden.Die Kunden profitieren aus technischer und ökologischer Sicht,“ freut sich Patzig.

Hochreine Legierung für alle Formate

Mit der spezifischen ökologischen Aufarbeitung von Produktionsrrückständen werden natur- und umweltschutzrelevante Vorgaben übertroffen sowie den Anforderungen des Lieferkettengesetzes und der EU-Konfliktmineralienverordnung entsprochen. Des Weiteren setzt auch der European Green-Deal Herstellern klare Rahmenbedingungen, weshalb Faktoren wie der CO2-Abdruck und der Einsatz nachhaltiger Materialien zukünftig eine wichtige Rolle in der industriellen Elektronikfertigung spielen werden. Mit GreenTin+ stehen Unternehmen der EMS-Industrie künftig nachhaltige Weichlote in Form von Röhrenloten oder als Stangen- oder Barrenlot zur Verfügung. Insbesondere internationale Konzerne setzen die CO2-armen Lote bereits großflächig ein. Aber auch mittelständische EMS-Dienstleister setzten bereits vollumfänglich auf Lote mit GreenTin+ Basis.
So setzt beispielsweise die Mayerhofer Elektronik GmbH aus Sauerlach südlich von München das Lot der Feinhütte Halsbrücke in der Serienfertigung ein. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft die Elektronikfertigung auch nach ökologischen KPIs ausrichten müssen. Wir bei Mayerhofer gehen diesen Weg schon länger, da wir davon überzeugt sind. Wir waren daher auch auf der Suche nach einem nachhaltig hergestelltem Lot, dass auch die Inanspruchnahme der schwierigen Bedingungen in den Zinnabbaugebieten in Asien, vermeidet. Denn auch der soziale Aspekt ist für uns wichtig. Das GreenTin+ erfüllt diese Anforderungen und ist darüber hinaus ein Spitzenprodukt, mit dem hervorragende Lötergebnisse erzielt werden können. Zusätzlich werden unsere Prozessrückstände direkt in der Hütte recycelt und können in neue Lote einfließen – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft“, betont Merlin Reingruber, Geschäftsführer der Mayerhofer Elektronik.

GreenTin+ wurde für den productronica innovation award 2023 nominiert.

Firma:
Feinhütte Halsbrücke GmbH
Ihr Ansprechpartner:
Tobias Patzig
Kontakt per E-Mail:

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