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Warum erreichen recycelte Lote nach der Wiederaufbereitung zum Teil bessere Prozessergebnisse als Lote aus der Erstschmelze?

Zunächst muss festgehalten werden, dass der Begriff der Erstschmelze ein reiner Marketingbegriff ist, der vor Jahrzenten in der Elektronikindustrie ins Feld geführt wurde. Kein Halbzeug kommt wirklich aus der Erstschmelze.

Der metallurgische Prozess ist weitaus komplexer. Das Konzentrat der Erze, also Primärmaterial, wird in Hütten vor Ort, z.B. in zahlreichen asiatischen Ländern direkt eingesetzt. Die Erstschmelze der Erzkonzentrate ist eine sehr unsaubere Legierung, da das Erz sich nicht nur aus einem Element zusammensetzt, sondern auch aus zahlreiche Nebenelemente, welche im weiteren metallurgischen Prozess erst heraus raffiniert werden müssen. Das funktioniert in der Regel über pyrometallurgische Verfahren direkt in den Hütten vor Ort. Nach den Reinigungsprozessen wird das Material mehrmals umgeschmolzen, es handelt sich also auf keinen Fall um eine „Erstschmelze“.

Bei Sekundärmaterialien funktioniert es im Prinzip ähnlich. Die Prozessrückstände werden je nach Legierung in entsprechenden Kesseln eingesetzt. Auf der Ausgangsanalyse aufbauend erfolgt dann die weitere metallurgische Aufarbeitung, ähnlich wie bei den Erzen. Je nach Kundenspezifikation werden die Verunreinigungen bis in den ppm Bereich hinein gesäubert. Dadurch erreichen die Zinnsorten teilweise eine sehr hohe Reinheit.

Firma:
Feinhütte Halsbrücke GmbH
Ihr Ansprechpartner:
Tobias Patzig
Kontakt per E-Mail:

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